Forschungsprojekt
II - Sprach-, Literatur und Sozialwissenschaften - Institut für deutsche Sprache und Literatur

Explorative Studie zum medien- und medieneffektabhängigen Vokabellernen
Status:abgeschlossen
Kurzinhalt:Eine Pilotstudie zum mediengestützten Vokabellernen (Giessen 2011) hatte zu eher unbefriedigenden Resultaten geführt. Dies sollte in einer größer angelegten explorativen Studie, die an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe durchgeführt wurde, überprüft werden. Dazu wurden drei Probandengruppen Vokabellisten einer ihnen unbekannten Sprache (Ungarisch) vorgelegt: Die erste Gruppe bekam die Vokabelliste auf Papier, die zweite sah sie auf dem Computermonitor, aber ohne jegliche multimediale Anwendungen, und die dritte erhielt sie in animierter Form. Im vorliegenden Beitrag sollen die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden.
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Ergebnis:Die Computeranimationen scheinen zu Inhibitionen des Behaltensprozesses zu führen.

Nimmt man die klassische Vokabelliste in Papierform (erster Untersuchungsdurchgang), so war diese im Gesamtkontext des Experiments am erfolgreichsten.

Im zweiten Durchgang war die klassische Vokabelliste in Papierform in den Bereichen des kurz-, mittel- und langfristigen Behaltens dem Vokabellernen am Computer (ohne Animation) leicht unterlegen.

Eine insgesamt deutliche Verschlechterung bzw. Einschränkung der Lerneffizienz durch den Einsatz des Computers kann aufgrund unserer Ergebnisse nicht generell angenommen werden.

Lediglich animierte Computerpräsentationen scheinen zu schlechteren Behaltensleistungen in den Bereichen des kurz-, mittel- und langfristigen Behaltens zu führen.

Insgesamt erscheint es im Kontext des Vokabellernens sinnvoll, auf animierte Computerpräsentationen zu verzichten.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Untersuchungsitems (Vokabeln), die in gedruckter Form vorliegen, ein höheres Maß an Aufmerksamkeit und Fokussierung zu erfahren scheinen als ausschließlich am Bildschirm präsentierte Items.

Am Computermonitor gelesene Items werden bei einem geringeren Grad an Verarbeitungstiefe weniger gründlich rezipiert. Das Medium Computer scheint somit ein gewisses Maß an Flüchtigkeit der Informationsverarbeitung zu begünstigen.

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Projektdauer:01.01.2016 bis 31.12.2017
Mitarbeitende:
Prof. Dr. Kostrzewa, Frank (Leitung) [Profil]


In Zusammenarbeit mit:Prof. Dr. Hans-Werner Giessen (Saarbrücken)
Verweise auf Webseiten:
Keine
Angehängte Dateien:
Keine
Erfasst von Stefan Wörmann am 09.08.2018    
Projekt-ID:154